Diabetes im Alltag

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Besonderheiten beim Sport

Bei körperlicher Aktivität sinkt der Insulinbedarf. Kohlenhydrat- und Insulinmenge müssen entsprechend angepasst werden, um eine Hypoglykämie zu vermeiden. Genaue Formeln lassen sich dafür leider nicht nennen, denn hier spielen viele Faktoren eine Rolle, wie z.B.: Ausgangsblutzucker, Insulinmenge im Körper, Trainingszustand, Intensität und Dauer der Belastung. Als Faustregeln sollten Sie jedoch folgendes beherzigen:

Vor Beginn der körperlichen Belastung:

  • Testen Sie unbedingt den Blutzucker!
  • Ist Ihr aktueller Blutzuckerwert unter 150 mg/dl (8,3 mmol/l), besteht die Gefahr von Hypoglykämien während der Belastung. Daher sollten Sie vor dem Sport den Blutzucker mit zusätzlichen BE's über diesen Wert anheben.
  • Liegt der Blutzucker über 250 mg/dl (13,9 mmol/l) bzw. bei Pumpenträgern über 200 mg/dl ( 11,1 mmol/l), führen Sie unbedingt einen Azetontest durch! Ist er positiv, liegt ein Insulinmangel vor. Sie dürfen dann auf keinen Fall Sport treiben.
    Bei kurzzeitiger Belastung (1- 2 Stunden):
  • Gleichen Sie den verminderten Insulinbedarf über zusätzliche BE's aus.
    Bei längerer Belastung (3-4 Stunden):
  • Senken Sie Basalrate und Boli während dieser Zeit auf ca. 70%.
  • Wenn Sie eine Insulinpumpe tragen, sollte die Reduktion der Basalrate mindestens zwei Stunden (bei Verwendung von Normalinsulin) bzw. eine Stunde (Lispro-lnsulin) vor Beginn der Belastung programmiert werden.
  • Für Pumpenträger ist es in der Regel kein Problem, die Pumpe 3-4 Stunden (Normalinsulin) bzw. 1-2 Stunden (kurzwirkendes Insulinanalogen) abzulegen. Sie sollten während dieser Zeit jedoch nicht vergessen, Ihren Blutzucker alle 1-2 Stunden zu kontrollieren.
    Bei ganztägiger Belastung und Verwendung einer Insulinpumpe:
  • Senken Sie Basalrate und Boli auf ca. 50%.
  • Decken Sie den erhöhten Energiebedarf durch zusätzliche BE's.
  • Behalten Sie die Senkung der Basalrate um 50% auch während der folgenden Nacht bei.

Nach der körperlichen Belastung ist der Insulinbedarf noch einige Zeit niedriger, denn der Muskel versucht, seine Zuckerdepots dadurch aufzufüllen, dass er viel Zucker aus dem Blut aufnimmt (Muskel-Auffülleffekt).
Deshalb:
  • Kontrollieren Sie häufiger den Blutzucker.
  • Verringern Sie die Insulinzufuhr und/oder essen Sie zusätzliche BE's.
    Der Muskel-Auffülleffekt kann mehrere Stunden, im Extremfall sogar Tage dauern.

Was häufig vergessen wird: Mit körperlicher Aktivität ist nicht nur Sport gemeint. Auch alltägliche Belastungen wie Gartenarbeit, Einkaufen, Fensterputzen oder ein Spaziergang verringern den Insulinbedarf des Körpers.



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