Pulse Blog

Bei Ypsomed konzentrieren wir uns darauf, Selbstinjektionsgeräte zu entwickeln, die nicht nur den regulatorischen Standards entsprechen, sondern auch intuitiv und zugänglich für eine breite Benutzergruppe sind, die unterschiedliche Beeinträchtigungen und Einschränkungen aufweist. In unserer neuesten Forschung, „Quantifizierung der Fähigkeiten von Patienten und Vorbereitung auf die zukünftige Entwicklung“, möchten wir ein besseres Verständnis für die physischen Fähigkeiten von Patienten gewinnen, die Pen-Injektoren verwenden. Durch die Messung der während wichtiger Handhabungsschritte angewendeten Kräfte wirft diese Studie Licht darauf, wie das Design von Geräten optimiert werden kann, um die Benutzerfreundlichkeit für Personen mit unterschiedlichen Fingerfertigkeiten und Handstärken zu verbessern.

Verstehen der Herausforderungen von Patienten in der realen Welt

Selbstinjektionsgeräte sind für Patienten mit chronischen Erkrankungen unerlässlich, aber nicht alle Benutzer interagieren auf die gleiche Weise mit ihnen. Traditionelle Usability-Studien sind auch nicht darauf ausgelegt, die Fähigkeiten und Einschränkungen der Benutzer detailliert zu beschreiben, die die kontextuellen Interaktionen zwischen Benutzer und Gerät prägen. Um diese Interaktionen besser zu verstehen, führte unser Team eine simulierte Gebrauchsstudie mit 46 Teilnehmern durch, darunter sowohl gesunde Personen als auch solche mit Beeinträchtigungen der Fingerfertigkeit. Ziel der Studie war es, die körperlichen Anstrengungen zu messen, die erforderlich sind, um wichtige Aufgaben wie das Entfernen der Kappe, das Einstellen der Dosis und das Injizieren durchzuführen – unter Berücksichtigung der körperlichen Einschränkungen jedes Teilnehmers. Insbesondere baten wir die Patienten, verschiedene Schritte der Benutzung eines Selbstinjektionspens mit dem für sie als komfortabel empfundenen Kraftaufwand und dann mit ihrer maximalen Kraft durchzuführen.

Lesen Sie die vollständige Veröffentlichung hier

Mithilfe von Sensoren in Dummy-Pens erhoben wir präzise Daten zu den bei jedem Schritt aufgewendeten Kräften. Die Ergebnisse waren aufschlussreich:

  • Kräfte beim Entfernen der Kappe: Die durchschnittlich maximale Kraft, die von der Kontrollgruppe aufgebracht wurde, lag bei etwa 40 Newton (N), während Teilnehmende mit eingeschränkter Fingerfertigkeit rund 29 N aufbrachten. Dies unterstreicht die Herausforderungen, denen sich Nutzer:innen mit eingeschränkter Handkraft gegenübersehen.
  • Dosiseinstellung (Drehmoment): Zur Einstellung der Dosis wendete die Kontrollgruppe ein maximales Drehmoment von etwa 0,2 Newtonmeter (Nm) an, während die Gruppe mit Einschränkungen eine leicht verringerte Kraft zeigte. Dies deutet darauf hin, dass das Drehmoment sowohl von der Handkraft als auch von der Geometrie des Geräts beeinflusst werden kann.
  • Injektionskräfte: Auch die zum Drücken des Dosierknopfs erforderliche Kraft variierte. Bei kleinen Dosen übten gesunde Teilnehmer bequem bis zu 15 Newton (N) aus, während Teilnehmer mit Einschränkungen etwa 10 N aufbrachten. Bei größeren Dosen stieg die erforderliche Kraft auf bis zu 25 N in der Kontrollgruppe und 18 N bei den beeinträchtigten Teilnehmern.

Diese spezifischen Messwerte helfen dabei, den Kraftaufwand zu quantifizieren, der bei jedem Schritt der Verwendung eines Pen-Injektors erforderlich ist.

Auf einer breiteren Ebene:

  • Teilnehmer mit Geschicklichkeitsproblemen wendeten im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich weniger Kraft auf.
  • Faktoren wie das Gerätedesign und die Art und Weise, wie der Pen gegriffen wurde, beeinflussten die angewandte Kraft erheblich.
  • Der Kraftaufwand nahm mit zunehmendem Alter und abnehmender Handkraft tendenziell ab, was sich sowohl auf den Komfort als auch auf die Benutzerfreundlichkeit auswirkte.
Studie zur simulierten Verwendung von Selbstinjektionspens: Teilnehmer mit eingeschränkter Fingerfertigkeit wandten bei den wichtigsten Aufgaben weniger Kraft auf als gesunde Personen - Kappenentfernung (29N vs. 40N), Drehmoment bei der Dosiseinstellung (0,17Nm vs. 0,2Nm) und Injektionskraft (10-18N vs. 15-25N) - was die Auswirkungen körperlicher Einschränkungen auf die Benutzerfreundlichkeit verdeutlicht.

Warum diese Erkenntnisse für die Geräteentwicklung wichtig sind

Diese Forschung liefert wichtige Informationen, die für die künftige Gestaltung von Injektionsgeräten hilfreich sein können. Indem wir quantifizieren, wie viel Kraftaufwand verschiedene Nutzer bequem aufbringen können, können wir die Geräte besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patienten abstimmen. Die Studie unterstreicht die Bedeutung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Funktionalität und Komfort, insbesondere für Nutzer mit körperlichen Beeinträchtigungen, die leichter zu bedienende Geräte benötigen.

Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit von Gerätedesigns, die nicht nur gut funktionieren, sondern auch intuitiv und für ein breites Spektrum von Nutzern zugänglich sind. Da sich das Gesundheitswesen immer mehr in Richtung patientenzentrierter Lösungen entwickelt, sind diese Daten von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Produkten, die das Nutzererlebnis wirklich verbessern und die langfristige Therapietreue unterstützen.

Vorwärtskommen

Während wir an der Entwicklung fortschrittlicherer Selbstinjektionsgeräte arbeiten, gibt uns diese Forschung einen klareren Fahrplan für die Erfüllung der Patientenbedürfnisse. Indem wir verstehen, wie die verschiedenen Nutzer mit diesen Geräten interagieren, können wir weiterhin Lösungen entwickeln, die den Alltag von Patienten im Umgang mit chronischen Erkrankungen verbessern.

Wir laden Sie ein, die vollständige Studie zu lesen, um einen detaillierten Einblick in unsere Ergebnisse zu erhalten und zu erfahren, wie sie die Zukunft der Medikamentenverabreichung gestalten könnten.

Andreas Schneider

Andreas Schneider ist Head of Innovation bei Ypsomed Delivery Systems. Er leitet Teams in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Strategie und Technik, um neue Plattformen für Medikamentenverabreichungsgeräte und Dienstleistungsangebote wie Autoinjektoren und Pens der nächsten Generation, intelligente vernetzte Systeme und digitale Lösungen voranzutreiben. Andreas hat verschiedene Artikel veröffentlicht und Vorträge in den Bereichen Innovationsmanagement und Medikamentenverabreichung gehalten. Er hat einen Doktortitel in Innovationsmanagement von der ETH Zürich, Schweiz.

Zurück

Bleiben Sie dran, bleiben Sie informiert

Abonnieren Sie den Ypsomed Blog und begleiten Sie uns auf unserem Weg zu einer einfacheren und leichteren Selbstbehandlung.

Artikel und Studien

Besuchen Sie unsere Bibliothek mit Artikeln, Interviews und Studien.

Bleiben Sie dran, bleiben Sie informiert

Abonnieren Sie den Ypsomed Blog und begleiten Sie uns auf unserem Weg zu einer einfacheren und leichteren Selbstpflege

 .

Bitte addieren Sie 7 und 1.